Chaotische Bayern-Trainersuche: Kommunikationsexperte greift Eberl an
Die Trainersuche des FC Bayern München nimmt abenteuerliche Züge an. Sportvorstand Max Eberl wird von einem Kommunikationsexperten scharf kritisiert.
München – Wer wird der Nachfolger von Trainer Thomas Tuchel beim FC Bayern München? Diese Frage konnte der im März installierte Sportvorstand Max Eberl bisher nicht beantworten. Das große Problem bei den Münchnern sind die offenbar ungeklärten Machtverhältnisse im Klub. Viele Verantwortliche wie Präsident Herbert Hainer oder die früheren Machthaber Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge geben den Weg vor.
Kommunikationsexperte greift Eberl an
Die Trainer-Suche nimmt daher für die Öffentlichkeit beinahe schon groteske Züge an. Michael Cramer ist Kommunikationsexperte bei Sky. Er nahm Eberl nun klar in sein Visier und prophezeite: „Er hat maximal noch einen freien Schuss. Wenn der jetzt auch danebengeht, dann kannst du eigentlich nicht mehr bleiben.“ Endet die mit so viel Trommelwirbel verkündete Zeit beim FC Bayern schneller als gedacht?

Die Münchner mussten eine empfindliche Absage nach der anderen einstecken: Xabi Alonso (Bayer Leverkusen), Julian Nagelsmann (DFB), Ralf Rangnick (Österreich) und Oliver Glasner (Crystal) entschieden sich für einen Verbleib bei ihrem Klub oder mussten bleiben. Tuchel schloss eine Kehrtwende endgültig aus, es bleibt bei der im Februar beschlossenen Trennung. Er spürte nicht, dass alle im Klub hinter der Idee, für die Eberl und Sportdirektor Christoph Freund kämpften, standen. Bayern-Sportvorstand Eberl zeigte zuletzt auch offen seinen Ärger über den Prozess bei der Trainersuche.
„Eberl hat nicht mehr viele Schüsse frei“
Cramer kritisierte scharf: „Man hat Eberl nahezu übermenschliche Fähigkeiten nachgesagt und dann kommt wochenlang eine Peinlichkeit nach der anderen.“ Prinzipiell tue es ihm Leid für Eberl, „weil er ein cooler Typ ist. Ich mag seine Art und Weise, wie er sich darstellt.“ Der Kern seines Jobs sei es aber, die wichtigste Stelle im Klub zu besetzen: „Das ging bislang daneben. So viele Schüsse hat er deshalb nicht mehr frei.“