Freund deutet an: Wird die Trainersuche des FC Bayern noch länger dauern?
Wann der FC Bayern einen neuen Trainer präsentieren wird, steht in den Sternen. Sportdirektor Christoph Freund hat eine Deadline dementiert und zugleich eine langfristige Lösung angedeutet.
München – Die Absage von Ralf Rangnick war ein herber Schlag für die Verantwortlichen des FC Bayern. Bereits Xabi Alonso und Julian Nagelsmann entschieden sich gegen ein Engagement beim deutschen Rekordmeister, der sich in den Augen von Ex-Coach Felix Magath selbst in die Bredouille gebracht hat. „Die Verantwortlichen des FC Bayern haben immer Wert darauf gelegt, zu bestimmen, was im ganzen Klub passiert. Die Trainer haben da immer wenig Spielraum gehabt“, sagte Magath im Sport1-Doppelpass und schlug Alarm: „Wenn ein Trainer wie Carlo Ancelotti sich öffentlich dazu äußert, dass er bei Bayern nie gekannte Zustände vorfand, dass nämlich die Spieler an ihm vorbei zum Präsidenten gelaufen sind und ihn beim Vorstand kritisiert haben - dann kann man sich vorstellen, dass das auch Auswirkungen auf die internationale Trainerbranche hat. Das ist für mich der Punkt, dass viele Trainer mit Reputation nun sagen: So etwas brauchen wir nicht. Denn so machen die Bayern jeden Trainer kaputt.“
Freund: „Wollen jemanden finden, der 100 Prozent zu Bayern München passt“
Vor dem Abflug nach Madrid, wo am Mittwochabend das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Real Madrid bestritten wird, stand in einer Medienrunde mit Sportdirektor Christoph Freund neben dem sportlichen Highlight die Trainersuche im Vordergrund. Der Österreicher hat dabei angedeutet, keine Übergangslösung zu suchen. „Wir wollen jemand finden, der 100 Prozent zu Bayern München passt, der richtig Bock auf diese Geschichte hat“, wird Freund von kicker zitiert.

Es stehe „nach wie vor ganz oben, dass wir das Richtige machen“, sagte Freund. Gewiss hätten die Verantwortlichen an der Säbener Straße am liebsten längst Klarheit, unter großen Druck setzen sie sich aber nicht. „Eine Deadline haben wir uns noch nie gesetzt“, sagte Freund.
Wer folgt beim FC Bayern auf Thomas Tuchel?
Doch wer folgt im Sommer auf Thomas Tuchel? In den vergangenen Tagen führte eine Spur der Gerüchteküche zum Spanier Julen Lopetegui, der von Juli bis Oktober 2018 bei Real Madrid an der Seitenlinie stand und in der Saison 2019/20 die Europa League mit dem FC Sevilla gewann. Während es den Spanier laut Gerüchten zu West Ham United zieht und das Management von Pep Guardiola eine Rückkehr zum FC Bayern dementiert hat, ist Erik ten Hag laut Sky Sport jüngst in den Vordergrund gerückt. Ten Hag soll offen für ein Engagement bei Bayern sein, falls Manchester United am Saisonende eine Trennung anstreben sollte. Ein Pluspunkt wäre die Vergangenheit des Niederländers, der von 2013 bis 2015 die U23-Mannschaft trainiert hat.