Im Alter von 78 Jahren

"Ein Außerirdischer": Internationale Pressestimmen zum Tod von Beckenbauer

Beckenbauer prägte den deutschen Fußball wie kein Zweiter. Foto: Getty Images
Beckenbauer prägte den deutschen Fußball wie kein Zweiter. Foto: Getty Images

Der Tod von Franz Beckenbauer hat die Fußballwelt über die Grenzen Deutschlands hinaus in Trauer versetzt. Die Lichtgestalt des deutschen Fußballs genoss auch im Ausland einen glänzenden Ruf, sicherlich in erster Linie dank der herausragenden Erfolge mit dem FC Bayern und der Nationalmannschaft.

Einer der Größten

Als einer von nur drei Männern hat Beckenbauer den WM-Titel als Spieler und Teamchef errungen, mit den Bayern prägte er in den Siebzigern maßgeblich eine Ära der Dominanz auch im Europapokal. Neben den mannschaftlichen Erfolgen war es aber auch immer die ganz eigene Aura des 'Kaisers', die ihn über die Landesgrenzen hinaus beliebt gemacht hat. Für viele Beobachter des internationalen Fußballs gehört der am Sonntag im Alter von 78 Jahren verstorbene Beckenbauer zu den besten Spielern aller Zeiten. Das wird auch in den Würdigungen der internationalen Presse deutlich, die fussball.news in einer Auswahl präsentiert.

The Guardian (Vereinigtes Königreich)

"Franz Beckenbauer wird immer einen Platz in der Fußballhistorie haben, ganz unabhängig davon, dass er die Rolle des Liberos etabliert hat, Bayern München als Macht im deutschen Fußball etabliert hat und einer von nur drei Männern ist, die die WM als Spieler und Trainer gewonnen haben. Er hatte auch einen der besten Spitznamen aller Zeiten. Ganz wie bei seinem Zeitgenossen Eddy Merckx, der im Radsport als 'Kannibale' gewürdigt wurde, passte der Spitzname 'Kaiser' bestens zu ihm und stellte ihn im Voraus vor."

as (Spanien)

"Beckenbauer war ein Fußballspieler, der den Ball mit einer Leichtigkeit kickte, die fast schon aufreizend elegant aussah. Das Spiel von hinten heraus begann mit ihm und er machte es salonfähig, beim FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft, die in der ersten Hälfte der 1970er Jahre die Maße der Dinge waren. Auch als Trainer hat Triumphe gefeiert. Beckenbauer war Weltmeister nicht nur auf dem Rasen, sondern auch im Anzug, so wie sonst nur Mario Zagallo und Didier Deschamps."

L'Equipe (Frankreich)

"Beckenbauer war ein genialer Libero, ein mit Ruhm überhäufter Nationaltrainer und ein erfolgreicher Manager. Von München bis New York hat der 'Kaiser' in seinen unzähligen Leben alles erreicht. Beckenbauer ist nicht nur einer der wenigen Verteidiger, die den Ballon d'Or gewonnen haben, er hat ihn gleich zweimal gewonnen, 1972 und 1976."

Gazzetta dello Sport (Italien)

"Die Welt verliert ihren Fußball-Kaiser. Um seinen legendären Status zu erklären, pflegte man in Deutschland zu sagen, dass Beckenbauer zwar unter Gott, aber über dem Kanzler stand. Beim FC Bayern war er der große Innovator der Defensive. Seine Interpretation der Rolle des Libero bestimmte eine Denkschule. In seiner Zeit war Beckenbauer ein Außerirdischer. Um das zu verdeutlichen: Von 1965 bis 1977 erzielte er in 467 Spielen für Bayern 55 Tore und wurde kein einziges Mal vom Feld verwiesen."

Kronen-Zeitung (Österreich)

"Beckenbauer war die 'Lichtgestalt', die prägendste Persönlichkeit im deutschen Fußball - und einer der Größten seiner Zunft auf der Welt. Zwar wird Beckenbauer gerne mit dem Satz 'Geht‘s raus und spielt‘s Fußball' zitiert. Wie hart und detailversessen der gelernte Versicherungskaufmann aber arbeitete, wird oft vergessen. 'Das Glück kommt nicht zum Fenster hereingeflogen. Du brauchst Fleiß und Durchhaltewillen. Das Glück muss man sich erarbeiten', sagte Beckenbauer gerne."

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Lars Pollmann  
09.01.2024