"Nicht, was wir brauchen"

Nach 6:2-Sieg: Heidenheim-Coach Schmidt stichelt gegen Al-Ahli

Frank Schmidt wertet den Test gegen Al-Ahli kritisch. Foto: Getty Images.
Frank Schmidt wertet den Test gegen Al-Ahli kritisch. Foto: Getty Images.

Der 1. FC Heidenheim hat ein Testspiel gegen den saudischen Klub Al-Ahli mit 6:2 gewonnen. Die Partie musste wetterbedingt abgebrochen werden, doch nicht nur wegen des vielen Regens war Cheftrainer Frank Schmidt unzufrieden.

Die Saudi Pro League rüstet seit Januar mächtig auf. Unter anderem sind Cristiano Ronaldo, Karim Benzema, Roberto Firmino und Riyad Mahrez in die Wüste gewechselt, aller Voraussicht nach wird auch Sadio Mane den Herbst seiner Karriere dort verbringen. Der 1. FC Heidenheim bekam am Samstag beim Testspiel gegen Al-Ahli aber wenig von der dazugewonnenen Qualität zu spüren.

Kantersieg gegen Firmino-Klub

So standen Roberto Firmino und Edouard Mendy gegen den Bundesliga-Aufsteiger auf dem Platz, nichtsdestotrotz verlor Al-Ahli die Partie mit 2:6. Wie Sport1 berichtet, sollen die Spieler in erster Linie mit überharten Zweikämpfen und internen Streitigkeiten aufgefallen sein. Die Niederlage hätte indes noch höher ausfallen können, allerdings musste das Spiel vorzeitig beendet werden. Angedacht war ein 120-minütiger Test, aufgrund von Starkregen war bereits nach 90 Minuten Schluss.

Schmidt stichelt gegen Al-Ahli

Heidenheim-Coach Frank Schmidt ärgerte sich gemäß Vereinsmedien nicht nur über das Wetter: "Das war heute leider nicht der erhoffte Test für uns. Der Platz stand am Ende komplett unter Wasser, sodass kein richtiges Fußballspiel mehr möglich war. Insbesondere aber die Qualität des Gegners war nicht das, was wir als Herausforderung im Trainingslager brauchen." Seine Mannschaft habe sich "dem Gegner heute angepasst und viele falsche Entscheidungen getroffen", so der 49-Jährige: "In der Vorbereitung sind am Ende aber auch solche Erfahrungen wichtig."

Teure Spieler formen keine guten Mannschaften

Das Spiel gegen Al-Ahli hat unterstrichen, dass die saudischen Vereine gute Einzelspieler für teures Geld verpflichten können, doch daraus müssen nicht zwangsläufig gute Mannschaften entstehen. So kassierte Al-Nassr am 18. Juli eine 0:5-Pleite gegen Celta Vigo und verlor zwei Tage später mit 1:4 gegen Benfica - obwohl die Saudi Pro League laut Cristiano Ronaldo ein höheres Niveau als die US-amerikanische Major League Soccer (MLS) aufweist und in einem Jahr besser sein soll als die türkische Süper Lig und die niederländische Eredivisie. Ob dieses Vorhaben gelingen wird, darf aktuell angezweifelt werden.

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Florian Bajus  
30.07.2023