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Kiel lässt Druck auf Schalke wachsen - Hertha schlägt Fürth

Der FC Schalke 04 hat gegen Holstein Kiel verloren. Foto: Getty Images.
Der FC Schalke 04 hat gegen Holstein Kiel verloren. Foto: Getty Images.

Holstein Kiel verschärft die Krise des FC Schalke 04 (1:0) und springt parallel auf den zweiten Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Während Hertha BSC einen Auswärtssieg gegen Greuther Fürth feierte (2:1), trennten sich der VfL Osnabrück und Hansa Rostock mit einem Unentschieden (0:0).

Skrzybski beschert Kiel drei Punkte

Holstein Kiel hatte nach einer Minute bereits die erste Chance, Shuto Machino traf nach einem scharfen Zuspiel aus spitzem Winkel das Außennetz. Der FC Schalke 04 hatte Glück, dass Fabian Mees in der siebten Minute aus kurzer Distanz über die Latte schoss. Die Hausherren waren das temporeichere und gefährlichere Team, regelmäßig arbeiteten sich die Störche bis ins letzte Drittel vor. In der 24. Minute hatte dann plötzlich Schalke eine Chance, Derry Murkin scheiterte an Holstein-Keeper Timon Weiner. Die Gäste bekamen Kiel in den Griff und steigerten sich in der Defensive. In der 45. Minuten erhielt Schalke einen Freistoß. Ron Schallenberg erhielt den zweiten Ball und zog trocken ab, Finn Porath klärte ans Außennetz. Die darauffolgende Ecke rutschte durch, Weiner parierte mit den Beinen (45.+1). Wenige Augenblicke später wurde die erste Halbzeit beendet.

Schalke kam forscher aus der Kabine und positionierte sich im Spiel gegen den Ball etwas höher. Nichtsdestotrotz verpasste es Königsblau, gefährliche Chancen herauszuspielen. Stattdessen war Marius Müller in der 54. Minute gefordert, der Keeper parierte einen Abschluss von Joshua Mees. Die darauffolgende Ecke landete am zweiten Pfosten, Steven Skrzybski brachte das Spielgerät im kurzen Eck unter – 1:0 für Kiel (55.)! Die Störche legten beinahe umgehend nach, Machino setzte eine Flanke deutlich neben das Tor (58.). Von Schalke war offensiv weiter wenig zu sehen, während Kiel das Spiel mit mehr Selbstvertrauen in die Hand nahm. In der 76. Minute hatte Skrzybski die Chance aufs zweite Tor, sein Versuch wurde geblockt. Tobias Mohr hatte eine Kopfballchance, die neben dem Tor landete (81.). Kurz darauf scheiterte Mees am Pfosten (82.). Trotz aller Bemühungen blieb Schalke ungefährlich, das 2:0 lag eher in der Luft als der Ausgleich. In der 96. Minute war Weiner doch noch einmal gefordert, der Keeper drückte einen Kopfball von Keke Topp über die Latte. Insgesamt blieb es beim 1:0-Erfolg für Kiel.

Hertha per Standards erfolgreich

Hertha BSC wagte gegen Greuther Fürth einen verhaltenen Ansatz. Die alte Dame ließ Fürth in Ruhe aufbauen, ohne im eigenen Drittel gefährliche Situationen zuzulassen. Selbst wurde Hertha über Fabian Reese gefährlich, Palko Dardai verpasste die Hereingabe des Linksaußen knapp (12.). Fürth wurde in der Folge druckvoller und drängte auf das erste Tor, Hertha erhielt indes nur wenig Zeit im Aufbauspiel und wurde hoch angelaufen. Zwar jubelten die Gäste kurzzeitig über das 1:0 durch Florian Niederlechner, Referee Marco Fritz erklärte den Treffer jedoch wegen eines Foulspiels in einer vorausgegangenen Balleroberung gegen Branimir Hrgota für ungültig. Der darauffolgende Fürther Freistoß brachte keine Torgefahr (22.). In der 30. Minute wurde das Spiel für einen kurzen Augenblick unterbrochen, weil Tennisbälle auf den Rasen geworfen wurden. Als der Ball in der 34. Minute im Netz zappelte, jubelte wieder Hertha: Marc Kempf stieg bei einem Eckball am höchsten und drückte das Rund zur Führung über die Linie. In der 44. Minute verzeichnete Fürth einen Abschluss, Tjark Ernst parierte mühelos gegen Julian Green. Nach dem Ablauf der Nachspielzeit nahm die Hertha die Führung mit in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel hatte Derry Scherhant die erste Gelegenheit, der Hertha-Angreifer setzte einen Kopfball über das Tor (47.). Auch in der 50. Minute versuchte Scherhant sein Glück, diesmal scheiterte er an Jonas Urbig. In der 56. Minute durften die Hausherren jubeln, Hrgota durfte im gegnerischen Drittel andribbeln und schlenzte den Ball gefühlvoll ins lange Eck – 1:1! Die Freude über den Ausgleich hielt nicht lange. In der 63. Minute ging Hertha bei einem Standard erneut in Führung, der frisch eingewechselte Lukas Petkov fälschte einen Kopfball von Kempf unhaltbar ins Tor ab. Der Treffer wurde teuer bezahlt, Kempf verletzte sich beim Luftzweikampf und musste ausgewechselt werden. Nach 68 Minuten erfolgte eine weitere Unterbrechung aufgrund der Proteste. Weil kein Ende in Sicht war, verließen beide Mannschaften in Minute 75 den Rasen. Mit fünfminütiger Verzögerung kehrten beide Teams auf den Platz zurück. Fürth meldete sich griffig zurück und hatte mehrere Chancen: Armindo Sieb (78.) und Petkov (82.) köpften beide über das Tor, letztgenannter setzte einen Schuss zudem über das Tor (89.). Hertha konzentrierte sich nur noch auf die Abwehrarbeit, die Führung sollte mit aller Macht über die Zeit gebracht werden. In der 98. Minute scheiterte Green an Ernst, zwei Minuten später kassierte Niederlechner Gelb-Rot. Insgesamt wurden zwölf Minute nachgespielt, schlussendlich gingen alle drei Punkte an die Elf von Pal Dardai.

Osnabrück verzweifelt an Kolke

Im Aufeinandertreffen der beiden Kellerkinder setzte Hansa Rostock das erste Ausrufezeichen. Junior Brumado ging mit Zug in Richtung Tor, Philipp Kühn parierte den Schuss aus der zweiten Reihe (7.). Auf der gegenüberliegenden Seite verpasste Christian Joe Conteh bei einem Eckball die Führung für den VfL Osnabrück (9.) – Selbiges galt für Brumado, der nach einer Rostocker Balleroberung das leere Tor verpasste (10.). Zwischen der 14. und 29. Spielminute wurde die Partie aufgrund anhaltender Fan-Proteste insgesamt viermal unterbrochen. Nach dem Re-Start schaltete Osnabrück in den Vorwärtsgang, was fehlte, waren gefährliche Abschlüsse. Auch in der elfminütigen Nachspielzeit hatten die Hausherren die Oberhand, von Rostock war offensiv wenig zu sehen. Nichtsdestotrotz musste sich der VfL zur Halbzeitpause mit einem 0:0 begnügen.

Nach dem Seitenwechsel ließ Janik Bachmann den ersten Weckruf los, der Rostocker Mittelfeldspieler verpasste das Tor mit seinem Kopfball nur knapp (49.). Auf der Gegenseite lieferte Markus Kolke eine Glanztat gegen Conteh, der die Führung nach scharfer Flanke auf dem Fuß hatte (52.). Plötzlich waren Tempo und Zug in der Partie, die Intensität war deutlich höher als noch in der ersten Hälfte, doch auch Oumar Diakhie scheiterte per Kopf am herausragenden Kolke (54.). Hansa-Coach Mersad Selimbegovic reagierte mit einem Dreifachwechsel, der mehr Stabilität verleihen sollte. Kai Pröger sendete in der 66. Minute ein Lebenszeichen, brachte den Ball aber nicht im Tor unter. Insgesamt blieb Osnabrück die bessere Mannschaft, allerdings mangelte es wieder an Chancen. Erst in der Schlussphase wurde es brenzliger: Erst rettete Kolke Hansa erneut (86.), dann klärte Alexander Rossipal auf der Linie (88.). In einer hitzigen Nachspielzeit setzte auch Rostock Nadelstiche, zudem fielen beide Mannschaften mit harten Zweikämpfen auf. Nach insgesamt 100 Minuten endete die Partie trotzdem mit 0:0.

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Florian Bajus  
11.02.2024