Viele Stars enttäuschen

Muss der FC Bayern den Mega-Umbruch wagen?

Joshua Kimmich steht noch bis 2025 beim FC Bayern unter Vertrag.
Joshua Kimmich steht noch bis 2025 beim FC Bayern unter Vertrag. Foto: Getty Images

Der FC Bayern München strahlt aktuell kaum Dominanz aus und hinkt den eigenen Ansprüchen deutlich hinterher. Muss der Kader im Sommer komplett auf links gedreht werden?

Im Sommer 2020 hatte die Bayern-Generation ihren Höhepunkt

Im Sommer 2020 hatte die Generation des FC Bayern München ihre ganz großen Momente. Unter dem damaligen Coach Hansi Flick eilten Alphonso Davies, Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Thomas Müller oder Serge Gnabry von Sieg zu Sieg. Die Abwehr hielten David Alaba und Jerome Boateng vor Torhüter Manuel Neuer zusammen, im zentralen Mittelfeld agierte noch Thiago Alcantara als Strippenzieher, ganz vorne netzte Robert Lewandowski ein. Kingsley Coman, Treffer des goldenen Tores gegen Paris Saint-Germain, fällt aktuell verletzt aus. 

Nationale Dominanz erneut nicht zu sehen

In diesen fast vier Jahren hat sich vieles verändert bei den Münchnern. Vor allem von der gewohnten nationalen Dominanz ist in der zweiten Saison hintereinander nichts mehr zu sehen. Im Spitzenspiel in Leverkusen kassierte das Team eine am Ende auch in der Höhe verdiente 0:3-Niederlage. Im Vorjahr noch hatte der FC Bayern Glück, dass Borussia Dortmund am letzten Spieltag gegen den FSV Mainz 05 den Titel peinlicherweise aus der Hand gab. Leverkusen wirkt derzeit so gefestigt, dass eine Wiederholung eines solchen Szenarios weniger wahrscheinlich wirkt.

FC Bayern muss wichtige Fragen beantworten

Aber auch ein erneuter Titelgewinn darf die Bosse nach den teilweise sehr satt und träge wirkenden Auftritten nicht mehr die Augen verschließen lassen. Der designierte neue Sportvorstand Max Eberl sollte dem Kader des FC Bayern einen neuen Anstrich verpassen und den Mega-Umbruch einleiten. Dabei gibt es viele wichtige Fragen zu beantworten: Verlängert man die 2025 auslaufenden Verträge mit Kimmich, Davies und Leroy Sane? Konnten unter anderem Gnabry und Goretzka seit 2020 tatsächlich den gewünschten nächsten Entwicklungsschritt gehen? Hat die Innenverteidigung mit Dayot Upamecano, Min-Jae Kim und Matthijs de Ligt das Topformat von vor vier Jahren? Wurde der Abgang von Thiago nie kompensiert? Und ist Thomas Tuchel dann noch der Trainer, dem man die Moderation zutraut?

Wird jetzt bei Bayer gewildert?

Die Münchner stehen - unabhängig davon, wie der Klub in der Champions League abschneiden wird - vor einer äußerst wichtigen Transferperiode im kommenden Sommer. Wenn der direkte Konkurrent Leverkusen dabei eine große Rolle spielt, wäre dies wenig überraschend. Bayer hat viele interessante, technisch hochbegabte Akteure, die auch dem FC Bayern helfen könnten. Die Münchner haben schon in der Vergangenheit gerne bei der Konkurrenz gewildert, wenn diese zu stark zu werden drohte. Zudem gilt es, die offensiven Hoffnungsträger Harry Kane und Jamal Musiala bei Laune zu halten. Sie werden als Gesichter des Klubs benötigt, mit Aleksandar Pavlovic und Mathys Tel gibt es zudem noch große Talente in den eigenen Reihen. Ansonsten aber steht jeder Akteur auf dem Prüfstand - gerade nach solchen Niederlagen wie in Leverkusen. Noch ist Zeit genug, den Bayer-Angriff abzuwehren. Doch selbst bei einem Positivlauf mit glücklichem Ende ist ein weiter so beim FC Bayern nach dem Verlauf der vergangenen Monate kaum zu erwarten. (Alle Vereinsnews zum FC Bayern München)

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Christopher Michel  
12.02.2024