Nach Leipzig-Abgang

"Situation richtig einschätzen": Rose kontert Werner-Kritik

Rose (l.) setzte in Leipzig nicht mehr häufig auf Werner. Foto: Matthias Hangst/Getty Images
Rose (l.) setzte in Leipzig nicht mehr häufig auf Werner. Foto: Matthias Hangst/Getty Images

Weil er den Wunsch nach mehr Spielzeit hatte und die Europameisterschaft im Blick hat, wechselte Timo Werner im Januar von RB Leipzig zu Tottenham Hotspur. Laut dem Stürmer gab es zuvor mit Marco Rose "relativ wenig Austausch". Leipzigs Trainer kann die Kritik nicht nachvollziehen.

Werner: "In Leipzig hat es am Ende nicht mehr gepasst"

Timo Werner läuft bis Saisonende leihweise für Tottenham Hotspur auf. Danach könnten die Spurs den 27-Jährigen für kolportierte 18 Millionen Euro fest von RB Leipzig übernehmen. Bei den Sachsen hatte er vor seinem Transfer nicht mehr die gewünschte Rolle gespielt, er war kein Stammspieler mehr. "Manchmal passt es zwischen Personen oder auch zwischen Taktiken und Spielern nicht mehr", sagte Werner nun im Sky-Interview. "In Leipzig hat es am Ende nicht mehr gepasst." Mit Trainer Marco Rose und Sportdirektor Rouven Schröder habe es kurz vor seinem Abgang "relativ wenig Austausch" gegeben. "Im Verlauf der Hinrunde war klar, wie der Trainer über mich gedacht und mit mir geplant hat. Deshalb war es relativ einfach für mich, diesen Schritt zu gehen", so Werner.

Rose: "Mein Büro steht immer offen"

Am Freitag reagierte Rose auf die Kritik des Stürmers und sagte: "Ich glaube, ich habe mich sehr um Timo bemüht, wir haben viele Gespräche geführt." Das Thema sei dennoch "sehr komplex", erklärte Leipzigs Coach: "Ich glaube, Timo sollte sich freuen, dass es ihm wieder richtig gut geht, dass er viel spielt, dass er Leistung bringt. Wir freuen uns für ihn." Generell sei Rose stets gesprächsbereit. "Mein Büro steht immer offen, für jeden. Das weiß auch jeder. Die Möglichkeit bestand, mit mir Gespräche zu führen. Ich glaube, dass wir insgesamt in einem guten Austausch waren, jeder Spieler empfindet das auch ein Stück weit anders."

Laut Rose habe Werner "ähnliche Worte" gewählt, als er im Sommer 2022 vom FC Chelsea zu RB Leipzig zurückkehrte. "Er sollte sich freuen, dass es ihm so geht, wie es ihm geht - so wie wir uns für ihn freuen", betonte der Übungsleiter der Sachsen. "Ansonsten ist schon ein Stück weit innehalten, demütig sein, die Situation richtig einschätzen, glaube ich, auch wichtig." Werner solle "weitermachen und dranbleiben. Das ist gut für ihn, gut für uns, und dann werden wir sehen, wie es im Sommer weitergeht", so Rose.

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Werner will zur Europameisterschaft

Werner selbst sagte außerdem zu den Gründen für seinen Wechsel: "Die EM hat eine Rolle gespielt. Es war aber nicht mein Hauptargument. Dafür sind der Klub und das Interesse des Trainers zu groß." Er sei zu den Spurs gewechselt, "weil ich genau das gebraucht habe", bekräftigte er: "Ich wollte den Spaß am Fußball wiederfinden und genau diese Art von Fußball spielen. Das führt am Ende vielleicht dazu, dass ich bei der Europameisterschaft dabei sein kann." Sein letztes Länderspiel bestritt er im März 2023 beim 2:3 gegen Belgien unter dem damaligen Bundestrainer Hansi Flick, unter dessen Nachfolger Julian Nagelsmann lief Werner noch nicht für die Nationalmannschaft auf.

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Adrian Kühnel  
16.02.2024