Nach Vorfall auf Sylt: ÖFB cancelt ‚L‘amour toujours‘ von Gigi D‘Agostino
Bei der EM in Deutschland dürfen die teilnehmenden Nationen die Musik im Rahmenprogramm mitbestimmen. Der ÖFB muss nach einem Vorfall auf Sylt umdisponieren.
Wien – Der Vorfall sorgte über die Grenzen der Bundesrepublik Deutschland hinaus für Schlagzeilen: Auf einem Video sind junge Menschen beim Feiern auf der Insel Sylt zu sehen, sie skandieren zur Melodie des Lieds ‚L‘amour toujours‘ von Gigi D‘Agostino rechtsextreme Parolen. Seitdem sich das Video über die sozialen Netzwerke verbreitet hat, werden immer mehr vergleichbare Vorfälle publik.
Erste Konsequenzen sind bereits erfolgt: Auf dem diesjährigen Oktoberfest in München soll das Lied ebenso wenig gespielt werden wie auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart. Auch die Betreiber diverser Fanfeste anlässlich der Europameisterschaft haben bereits erklärt, den Song in diesem Sommer nicht abspielen zu wollen.
ÖFB-Auswahl feierte bisher mit ‚L‘amour toujours‘ ihre Siege
Bisher war ‚L‘amour toujours‘ dabei auch für das unmittelbare Rahmenprogramm des Turniers vorgesehen. Die teilnehmenden Nationen dürfen nämlich mitbestimmen, welche Musik bei ihren Spielen in den Stadien ertönen soll. Der österreichische Fußballverband ÖFB nutzte den Hit von Gigi D‘Agostino bisher für die Siegesfeiern nach dem Abpfiff.

Wie das österreichische Nachrichtenportal profil berichtet, gehörte der Song auch zur Liste, die der ÖFB bereits im März beim Kontinentalverband UEFA eingereicht hat und die sich auf das Rahmenprogramm bei den Spielen mit Beteiligung der Mannschaft von Nationaltrainer Ralf Rangnick bezieht.
„Der ÖFB steht ganz klar für Toleranz, Vielfalt und Integration“
Nach den Vorfällen unter anderem auf Sylt streicht der ÖFB den Song aus seinem Katalog. „Der ÖFB steht ganz klar für Toleranz, Vielfalt und Integration und engagiert sich für ein wertschätzendes Miteinander in allen Bereichen der Gesellschaft. Nach den jüngsten Vorfällen um die missbräuchliche Verwendung wird der Song bei ÖFB-Länderspielen nicht gespielt“, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem Portal.
Vorausgegangen war dem Bericht zufolge eine Information der UEFA an den österreichischen Verband, dass das Lied bei der EM nicht gespielt werden darf. Das ÖFB-Team geht bei der Endrunde als Geheimfavorit an den Start, hat allerdings eine schwere Gruppe mit Frankreich, den Niederlanden und Polen erwischt.